Säubrennerkirmes
Wittlich
Die
Wittlicher Säubrennerkirmes
ist ein Volksfest, das jedes Jahr am
dritten Augustwochenende in Wittlich,
einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz,
stattfindet.
Das Fest basiert auf der Säubrennersage:
Im Mittelalter soll, während die Stadt
belagert war, ein Nachtwächter den
Riegel für das Stadttor nicht gefunden
und diesen durch eine Rübe ersetzt
haben. Nachts habe dann eine Sau die
Rübe gefressen, das Tor sei
aufgesprungen, und die Stadt wurde
geplündert. Als Rache dafür treiben die
Wittlicher seitdem jedes Jahr mehr als
100 Schweine zusammen und rösten sie auf
dem Marktplatz der Stadt.
Der leckere Schweinebraten ist eine der
vielen Attraktionen des Festes, daneben
stehen noch eine große Weinstraße mit
Weinen aus Wittlich und von der nahen
Mosel, eine Reihe von Konzerten lokaler
und regionaler Bands auf zwei Bühnen in
der Innenstadt, ein großer Rummelplatz,
ein Handwerkermarkt und der
Belagerungstrunk auf dem Programm.
Die Säubrennerkirmes zieht inzwischen
jedes Jahr über 100.000 Besucher an und
hat sich, seit sie 1951 zum ersten Mal
gefeiert wurde, als eines der
beliebtesten, gemütlichsten und
ursprünglichsten Volksfeste der Region
etabliert. Wer die Stimmung am Abend auf
dem Marktplatz schon einmal miterleben
konnte, der weiß, warum...
Säubrennersage
Geschichte zur Entstehung der
Säubrennerkirmes:
Eine
Sage (von althochdeutsch sage
Gesagtes) ist eine auf
volkstümlicher, ursprünglich
mündlicher Überlieferung beruhende,
meist kurze Erzählung von oft
wunderbaren, fantastischen Ereignissen,
die jedoch als Wahrheitsbericht gemeint
ist. Im Gegensatz zum orts- und zeitlosen
Märchen knüpft die Sage an einem
wirklichen äußeren Anlass an, den sie
in freier Fantasie ausgestaltet und
ausschmückt.
Der Ursprung der Wittlicher
Säubrennerkirmes beruht auch auf einer
Sage, die wie folgt seit vielen Jahren
erzählt wird:
Wittlich umgeben von Stadtmauern wurde
vom Feind belagert. Vergebens hatten die
Belagerer versucht, die Stadt zu erobern.
Da geschah es, dass der Torwächter in
einem der vier Stadttore eines Abends in
der Dunkelheit den Riegel zum
Verschließen des Tores nicht finden
konnte. In seiner Not nahm er eine Rübe
und steckte sie in das Riegelloch. In der
Nacht nun brach eine Sau aus ihrem Stall
aus und streunte durch die Stadt. Sie kam
auch an das Stadttor, fand die Rübe und
fraß sie auf. Nun öffnete sich das
Stadttor und der Feind drang in die Stadt
ein und konnte plündern und
brandschatzen. Als er nach der Belagerung
wieder abgezogen war, trieben die
Wittlicher in ihrem Zorn sämtliche Säue
auf dem Marktplatz zusammen und
verbrannten sie bei lebendigem Leibe. Wie
viele Säue so endeten, dass vermerkt die
Sage freilich nicht. Vielleicht waren es
auch nicht mehr als die, die heute zur
Wittlicher Säubrennerkirmes im
Röstbratofen enden.
Nun, wie dem auch sei, die Wittlicher
haben es sehr wohl verstanden, aus der
Geschichte unter dem ihnen hieraus
anhaftenden Ruf ein Fest zu machen. Da
das Wort Säubrenner, mit dem
die Wittlicher im Umland bedacht werden,
seit Menschengedenken ein Schimpfwort
ist, konnte sich die Auslegung dieses
Wortes seit Initiierung der Wittlicher
Säubrennerkirmes grundlegend wandeln.
Der geschichtliche Hintergrund ist die
Belagerung der Stadt Wittlich im Jahre
1397 durch Ritter Friedrich von
Ehrenburg. Damals wurde die Stadt von den
Belagerern eingenommen und nieder
gebrannt.
Alt-Bürgermeister Matthias Joseph Mehs
(1893-1976) hat zur Säubrennersage das
Säubrenner-Gedicht verfasst, das noch
heute in den Veranstaltungsprogrammen zu
finden ist. Auch die Wittlicher
Künstlerin Ursula Hess beschäftigte
sich mit der Säubrennersage und stellte
diese in einem Zyklus grafisch dar.
| Umzug
und Eröffnung der
Säubrennerkirmes 2010 |
| Kirmesfotos
aus dem Jahre 1975 |
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