Römische Villa bei
Wittlich
Die
Römische Villa von Wittlich lag zur
Römerzeit an der Hauptstraße
Trier-Koblenz/Andernach. Sie liegt heute
ebenfalls an einer
Hauptverkehrsverbindung, der Autobahn
Trier-Koblenz. Vor 1800 Jahren
profitierte sie vom Verkehr. Heute ist
sie durch die Autobahn zerstört worden.
Der neugegründete "Förderverein
Wittlicher Kulturgüter" kämpft
darum, dass die Reste weiterhin
zugänglich bleiben.
"Die römische Villa wird nach ihrer
völligen Ausgrabung und Sicherung eine
der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt
und des Wittlicher Tales bilden. Sie ist
der prunkvollste und größte Villenbau
der Römer im Trierer Lande." So
heißt es im Text einer Polizeiverordnung
aus dem Jahre 1941, die den Bau unter
Schutz stellte. Weiter heißt es
wörtlich, dass wegen der Villa die
Autobahntrasse verlegt wird. Daraus ist
nichts geworden. Im Gegenteil
1972/73 zerstörte die Autobahntrasse
große Teile der Villa. Die prachtvolle
zwei- und dreigeschossige Front an der
Lieser muss einen imponierenden Eindruck
gemacht haben. Der weitläufige Bau mit
einem landwirtschaftlichen Betrieb
entstand wahrscheinlich im zweiten
Jahrhundert. Aufgegeben wurde er um die
Mitte des 4. Jahrhunderts
Im Zuge des Autobahnbaus 1939/40, deren
Trasse nach den ersten Planungen genau
über dem südlichen, am besten
erhaltenen Bauteil mit den Stallungen
geführt werden sollte, gab
Reichsminister Dr. Todt die Anordnung,
die Autobahntrasse so zu verlegen, dass
die Villa frei bleiben und ein Rastplatz
mit Besichtigungsmöglichkeit angelegt
werden solle. Die Ruinen wurden mit
umfangreichen Schutzdächern gesichert.
Die Nachkriegszeit brachte aus Mangel an
Interesse dessen trauriges Ende.
"Gekrönt" wurde die
Vernichtung durch die Rückverlegung der
Autobahntrasse ins römische
Villengelände. Jedoch sollte über den
Südtrakt eine weitgespannte Brücke
führen, eine nicht eingehaltene Zusage.
Die Brückenpfeiler wurden 1972/73 mitten
in den Südflügel eingesetzt.
Verloren gegangen sind wesentliche Teile
einer einzigartigen römischen Villa. Der
palastähnliche Bau schmiegte sich dem
Hang des Mundwaldes an, an dem die Lieser
in einem sanften Bogen verläuft. Wegen
dieser schönen Lage war die 140 Meter
lange und bis zu 28 Meter tiefe
schlossähnliche Anlage einzigartig; denn
die meisten römischen Landvillen lagen
an Hängen oder auf Vorsprüngen und
waren so gut wie immer in einem strengen
recht-winkeligen System geplant. Hier
aber folgte die Villa mit ihren drei
Gebäudetrakten der Krümmung der Lieser.
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